Scrimshaw

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Vor nunmehr fast 10 Jahren entdeckte Marcus Dienst während einer Amerika-Reise in einer Poolhall im ländlichen Wisconsin, quasi am Ende der Welt, ein Queue mit einer ihm zunächst unbekannten Verzierungstechnik. Der Besitzer war wenig hilfreich, das Internet noch etwas für Computerfreaks und somit sind die ersten Recherchen für ein paar Jahre im Sande verlaufen. Im Jahr 2003 wurde 'Scrimshaw' im Rahmen einer Dokumentation über den ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy im TV erwähnt. Und dieses Mal waren alle wie elektrisiert und haben gut aufgepasst! Auch zu diesem Zeitpunkt gab es in Deutschland kaum Informationen zu dem Thema zu finden, und so hat es noch einmal weitere zwei Jahre gedauert, bis Marcus und sein Team endlich ihre (oder auch IHRE) Vorstellungen und Möglichkeiten beim Bescrimmen der Arthur Queues umsetzen konnten.

 

Was ist 'Scrimshaw'?

 

Schon bei der Beantwortung dieser berechtigten und wohl simplen Frage lassen uns Wörterbücher wie Duden oder Langenscheidt im Regen stehen. Auch die Einzelbegriffe 'scrim' (grober Baumwollstoff) und 'shaw' (gar keine Übersetzung) lassen keine Rückschlüsse auf die eigentliche Bedeutung zu, wobei sich 'shaw' eventuell von 'saw' = 'Säge' ableiten lässt. In einem Online-Wörterbuch werden wir (teil)fündig und finden zu Scrimshaw 'Elfenbeinschnitzerei'. Was eigentlich auch nicht ganz korrekt ist, denn eigentlich ist es vielmehr ein 'Tätowieren' auf Elfenbein (oder andere Naturmaterialien), bei der zuvor mittels Punktier- und Ritztechnik eingebrachte Vertiefungen mit Tuschen und verschiedenen Wischtechniken aufgefüllt werden.

 

Eva Halat, DIE deutsche Scrimshanderin, führt in Kürze an

 

Scrimshaw ist eine alte, traditionelle Kunst. Sie hat ihre Wurzeln bei den Naturvölkern. Diese ritzten Motive zur Zierde oder aus rituellen Gründen in die Knochen oder andere harten Teile von Tieren, wie Stoßzähne oder Horn. Vor ca. 200 Jahren wurde diese Technik in Nordamerika von den Walfängern, die am liebsten auf den Zähnen des Pottwals, einem Abfallprodukt des Walfangs, arbeiteten, wieder aufgegriffen und weiterentwickelt. Dabei gelangte das Scrimshaw auch nach Hawai, wo sich heute ein Zentrum der Scrimshawkunst befindet. John F. Kennedy als Scrimshawsammler verlieh dieser Kunst weitere Bekanntheit.

 

Der Arbeitsvorgang in Stichworten

 

Die zu bearbeitende Fläche wird spiegelglatt poliert und in diese dann das Motiv, nachdem es vorgezeichnet wurde, mit nadelähnlichem feinen, spitzen Werkzeug eingeritzt oder nur fein gepunktet. Dabei wird unter einem Vergrößerungsglas gearbeitet. Dort, wo die Oberfläche des Materials bearbeitet wurde, bleibt die Farbe, die danach eingerieben wird, haften. Es sind mehrere Durchgänge (-ritzen – einfärben-) notwendig, abhängig von der Härte des Materials und der Erfahrung des Künstlers. Heutzutage wird nicht mehr, wie früher, In Walrossstoßzähne, Walfischzähne oder Elfenbein gearbeitet, Ein häufig verwendetes Material ist fossiles Elfenbein von Mammuts aus der Eiszeit, das in Sibirien gefunden wird und frei im Handel erhältlich ist. Auch in Geweih, Knochen, Horn oder Micarta, einen Kunststoff, wird gearbeitet. Viele Aufträge kommen auch von Herstellern handgearbeiteter, wertvoller Sammlermesser, bei welchen die Griffschalen aus einem der oben genannten Materialien mit Motiven meist aus der Tierweit, verziert werden. Auch Gürtelschnallen, Pistolengriffe und Schmuckstücke werden mit Scrimshaw geschmückt. In den USA sind gute Scrimshawarbeiten von bekannten Scrimshawkünstlern mittlerweile begehrte Sammlerobjekte geworden. Leider gibt es aber immer wieder Irreführungen, so werden zum Beispiel billige Messer im Handel angeboten, bei welchen das Motiv auf den Griff gedruckt oder in einem anderen mechanischen Verfahren darauf übertragen wurde. Es heißt dann z. B: „Messer mit Scrimshawmotiv". Auch wird in Asien billiges und handwerklich oft nicht so gutes Scrimshaw hergestellt. Falls Sie als interessierter Kunde also nicht sicher sind, ob es sich um gutes und künstlerisch hochwertiges Scrimshaw handelt, lassen Sie besser die Finger davon und holen sich den Rat eines Fachmannes ein.

 

Mehr und ausführlichere Informationen im neuen Scrimshawbuch

'Modernes Scrimshaw' von Eva Halat.

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